Zukunft des Urheberrechts jetzt gestalten

26-02-2014

​Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat seine Vorschläge zur Anpassung des Urheberrechts an die digitale Welt vorgelegt. Denn Verbraucherinnen und Verbraucher stoßen bei digitalen Angeboten immer wieder an Grenzen.

Die Digitalisierung bietet für Urheber und Verbraucher eine Vielzahl an Möglichkeiten: Inhalte wie Musik, Filme oder Bücher werden zunehmend digital angeboten und konsumiert. Verbraucher stoßen allerdings im Zusammenhang mit digitalen Angeboten immer wieder auf Grenzen. Zum einen werden bestimmte Inhalte wie zum Beispiel aktuelle Filme und Serien auf legalen Plattformen nicht angeboten oder Angebote werden nur auf bestimmte Länder begrenzt.

Die Europäische Kommission hat im Dezember 2013 eine öffentliche Konsultation zur Modernisierung des EU-Urheberrechts gestartet. Sie befasst sich mit Fragen der Territorialität des Urheberrechts, der Anpassung der urheberrechtlichen Schrankenregelungen an die digitale Welt und der Schaffung eines harmonisierten Urheberrechtsmarkts in der EU.

Der vzbv begrüßt, dass die Kommission die Diskussion mit der Öffentlichkeit sucht, denn die Anpassung des Urheberrechts an die digitale Welt ist mehr als überfällig. Die Kommission sollte die Chance nutzen, das Urheberrecht an die veränderten Rahmenbedingungen der digitalen Welt anzupassen und die damit verbundenen kulturellen und wirtschaftlichen Potenziale auszuschöpfen. Dafür muss sich die Kommission von ihren althergebrachten Lösungsansätzen verabschieden, die teilweise noch in ihrem Fragenkatalog anklingen.

Anpassung des Urheberrechts aus Verbrauchersicht

Eine Anpassung des Urheberrechts erfordert die schnellstmögliche Überarbeitung der Richtlinie zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft. Aus Verbrauchersicht ist hierbei unter anderem erforderlich:

dass die im Zuge der Digitalisierung neu entstandenen Gestaltungs- und Nutzungsformen, wie zum Beispiel Remix, einen rechtlichen Rahmen erhalten, dass das Urheberrecht so ausgestaltet wird, dass es flexibel auf neue technische Entwicklungen reagieren kann, dass Verbraucher umfassende Rechte und Nutzungsmöglichkeiten auch an legal erworbenen digitalen Gütern erhalten.
Bis zum 5. März 2014 können Interessierte den Fragebogen der Kommission ausfüllen. Mittlerweile gibt es auch eine vereinfachte Version. Die ausführlichen Antworten des vzbv können Sie als PDF-Dokument herunterladen:

http://www.vzbv.de/cps/rde/xbcr/vzbv/consultation_on_the_review_of_copyright_rules-Antworten_vzbv.pdf